Kardangelenkketten

Hochbelastbare Förderketten für dreidimensionale Streckenführung

Kardangelenkketten sind das Herzstück aller Kardangelenk-Fördersysteme. Durch ihre spezielle Gelenkbauweise ermöglichen sie eine dreidimensionale Streckenführung – die Kette kann gleichzeitig horizontale Kurven und vertikale Steigungen durchfahren. Die großen Trag- und Führungsrollen sorgen für minimalen Verschleiß an Kette und Schiene und garantieren lange Standzeiten bei gleichzeitig leisem und ruhigem Lauf.

Aufbau und Funktionsprinzip

Kardangelenkketten bestehen aus einzelnen Kettengliedern, die über Kardangelenke (auch Kreuzgelenke genannt) miteinander verbunden sind. Jedes Gelenk ermöglicht Bewegung in zwei Achsen gleichzeitig, sodass die Kette sowohl horizontale als auch vertikale Richtungsänderungen durchfahren kann.

Jedes Kettenglied ist mit großdimensionierten Trag- und Führungsrollen ausgestattet. Die Tragrollen tragen das Gewicht der Kette und der angehängten Last, während die Führungsrollen die Kette sicher in der Schiene halten. Durch die relativ kleine Kettenteilung können bei Bedarf kleinere Laufbahnradien als normal üblich durchfahren werden – das spart in der Regel wertvollen Hallenplatz.

Die patentierten Kardangelenk-Konstruktionen verschiedener Hersteller unterscheiden sich im Detail, basieren aber alle auf dem gleichen Grundprinzip der zweiachsigen Gelenkbewegung.

Gängige Kettenteilungen

Kardangelenkketten sind in verschiedenen Teilungen erhältlich. Die gängigsten Teilungen sind 180 mm, 270 mm und 300 mm. Darüber hinaus gibt es weitere Teilungen wie 400 mm und 500 mm.

Die Kettenteilung bestimmt die kleinste mögliche Aufhängeteilung und beeinflusst die erreichbaren Kurvenradien. Kleinere Teilungen ermöglichen engere Kurven, größere Teilungen sind für längere Aufhängeabstände und bestimmte Anlagenkonfigurationen vorgesehen.

Die zulässige Anhängelast, die maximale Kettenzugkraft und die erreichbaren Radien variieren je nach Hersteller und Systemauslegung. Für die korrekte Auslegung Ihrer Anlage empfehlen wir die Rücksprache mit dem Anlagenhersteller.

Kettenkraftberechnung

Die korrekte Dimensionierung der Förderkette erfordert eine sorgfältige Kettenkraftberechnung. Dabei werden die Gesamtbelastung (Gewicht der Werkstücke, Gehänge und der Kette selbst), die Streckenlänge, die Anzahl und der Radius der Kurven, die Steigungen und Gefälle sowie die Reibungsverluste in der Schiene berücksichtigt.

Moderne Hersteller setzen spezielle Berechnungssoftware ein, die anhand dieser Parameter die optimale Position der Antriebsstationen und die erforderliche Antriebsleistung ermittelt. Eine korrekte Kettenkraftberechnung ist entscheidend für die Lebensdauer der Kette und die Energieeffizienz der gesamten Anlage.

Steckkettensysteme

Neben Kardangelenkketten werden auch Steckkettensysteme in verschiedenen Teilungen eingesetzt. Diese kommen vor allem bei besonders schweren Lasten zum Einsatz und zeichnen sich durch ihre robuste Bauweise und einfache Wartung aus. Steckketten laufen in I-Schienen oder I-Trägern und werden häufig in der Gießereiindustrie und der Schwerlastfertigung eingesetzt.

Bei Power & Free Systemen können sowohl Kardangelenkketten als auch Steckketten als Antriebskette (Power) verwendet werden – die Wahl hängt von der Tragfähigkeit, der Streckenführung und den Umgebungsbedingungen ab.

Verschleiß und Standzeit

Die Standzeit einer Kardangelenkkette hängt maßgeblich von der regelmäßigen Schmierung ab. Moderne automatische Kettenschmierstationen sprühen ein feindosiertes Öl-Luft-Gemisch direkt in die Kettenlauf- und Führungsrollen sowie in die Gelenke. Eine Überschmierung wird durch die präzise Dosierung zuverlässig verhindert.

Regelmäßige Inspektion und fachgerechte Wartung der Ketten ist entscheidend für die Verfügbarkeit der gesamten Förderanlage. Verschlissene Kettenglieder können einzeln ausgetauscht werden, ohne die gesamte Kette erneuern zu müssen.

Typische Verschleißanzeichen sind erhöhte Laufgeräusche, Kettenlängung (messbar durch zunehmenden Abstand zwischen den Kettengliedern), ungleichmäßiger Lauf und erhöhter Energieverbrauch des Antriebs.

Schmierung und Temperatureinfluss

Die Wahl des Schmierstoffs ist direkt abhängig von der maximalen Ofentemperatur der Anlage. Wird ein Schmierstoff eingesetzt, dessen Temperaturbeständigkeit unter der Ofentemperatur liegt, verharzt das Öl in den Kettenlagern und beschleunigt den Verschleiß erheblich.

Für Standardanwendungen werden konventionelle Kettenöle verwendet. Für Hochtemperaturbereiche kommen synthetische Öle oder perfluorierte Polyetheröle (PFPE) zum Einsatz, die auch bei extremen Temperaturen nicht verharzen. Die korrekte Schmierstoffwahl ist einer der wichtigsten Faktoren für die Lebensdauer der Förderkette.

Kettentausch und Reinigung

BRIGE bietet als Spezialist für Fördertechnik-Service den professionellen Austausch und die Reinigung von Kardangelenkketten an. Verschmutzte oder verschlissene Ketten beeinträchtigen die Produktqualität und erhöhen den Energieverbrauch der Anlage. Eine regelmäßige Kettenreinigung verlängert die Standzeit signifikant und sorgt für gleichbleibend hohe Beschichtungsqualität.

Die Reinigung kann im eingebauten Zustand (Inline) oder als externer Hol- und Bringservice erfolgen. Beide Varianten sind herstellerunabhängig für alle gängigen Kardangelenkketten-Systeme verfügbar.

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